Dos cafés con leche de soya por favor.

Ein ganzer Satz auf spanisch, obwohl ich kein einziges Wort dieser Sprache spreche. Aber dennoch habe ich meinen Spaß dran gehabt mit einer Sprachapp rumzudaddeln und konnte am letzten Tag unseres Urlaubs zwei Kaffee bestellen. Das war schön.
Eigentlich wollten wir nach Schweden. Die Eltern von meinem Freund Jannis haben dort ein Ferienhaus und verkrümeln sich nach den Weihnachtstagen gerne dort, bis das neue Jahr begonnen hat. Wir waren Ende 2016 mit und hatten eine schöne Zeit und dachten uns, dass wir das doch für dieses Jahr wiederholen könnten. Dann ist irgendwie eins zum anderen gekommen und es hat nicht mehr so gepasst.
Aber wir wollten schon irgendwie weg. Denn statt uns gegenseitig ein Weihnachtsgeschenk zu besorgen, haben wir beschlossen ein wenig Geld zusammenzuschmeißen, um davon einen kleinen Urlaub machen zu können.
Und auf einmal hatten wir Flüge gebucht für Anfang Januar nach Malaga.
Wir haben eine süße Airbnb Unterkunft gebucht, mitten im Herzen der Stadt. Keine fünf Minuten und wir standen mitten im Geschehen. Wir hatten zwar ein Auto für weitere Strecken, aber waren eigentlich froh, dass wir so zentral waren, dass wir wirklich viel zu Fuß erreichen konnten. So haben wir uns also neben der Innenstadt auch den Strand, den Hafen und die Alcazaba von Malaga angesehen. Dank der Schrittzähler in unseren Handys wussten wir jeden Abend, wie viel wir eigentlich gelaufen sind – jeden Tag 5-10km, manchmal auch ein wenig mehr.
Da wir noch nie in Malaga, geschweige denn überhaupt viel in Spanie waren, haben wir teilweise ein paar typische Tourisachen gemacht, die aber trotzdem unglaublich beeindruckend sind wenn man zum ersten mal in Andalusien ist.

Tipps

Kleine Vorwarnung: es folgt eine Bilderflut, mach dich auf kilometerlanges Scrollen gefasst.

Auto mieten. Für alle Dumpfbacken, wie wir es waren- hier der ultimative Trick: lernt in möglichst allen Sprachen diesen Satz: „Ich brauche keine Zusatzversicherung“. Das erspart euch diese miese Erfahrung die wir, blauäugig wie wir in den Urlaub geflogen sind, gemacht haben. Es sind nur 4 Buchtstaben, die auf der Rechnung der Autovermietung, ganz klein und unscheinbar gedruckt sind, euch aber unter Umständen ganze 200€ aus der Tasche leiern können. War dann erstmal ein blöder Start in der Urlaub. Aber was solls- Mama sagt immer „Was weg ist, ist weg“. Wir werden das Geld wahrscheinlich eh nicht zurückbekommen und haben beschlossen uns einfach nicht darüber zu ärgern sondern den Urlaub zu genießen.

Parken in Malaga. Wie gesagt, wohnten wir sehr zentral, was die Parksituation nicht unbedingt einfacher gemacht hat. In Malaga sind die Parkzonen durch Farben markiert: gelb ist absolutes Halteverbot, blau sind Parkplätze mit Parkscheinautomaten, grün sind Anwohnerparkpläte und nur die weißen waren kostenlos. An Wochenenden und Feiertagen darf man allerdings auf grünen Flächen parken. Wir haben es am dritten Tag, nach ewiger Parkplatzsuche, einfach so gelöst, dass wir ca. einen Kilometer weit weg, in einer Straße mit unglaublich vielen kostenlosen Parkplätzen geparkt haben. Bei 16 Grad und Sonne und in Malaga parkend läuft man dann auch gerne mal 10 Minuten nachhause.

Alcazaba de Malaga. Die Festung bzw. Palastanlage von Malaga. Sie liegt auf einem Hügel und ist teilweise mit der Stadtmauer verknüpft, wenn ich mich richtig entsinne. Für normale, nicht studierende Menschen kostet der Eintritt 2,20€ pro Nase, was ich vollkommen in Ordnung finde, dafür, dass man echt viel zu sehen hat. Da die Alcazaba auf einem Berg liegt, hat man einen entsprechend tollen Ausblick auf die Stadt, den Strand und den Hafen. Wir sind danach noch weiter gegangen zur „Castillo de Gibralfaro“, die natürlich noch viel weiter oben lag. Dort haben wir nochmal 2,20€ Eintritt bezahlt, konnten dann aber einen noch viel schöneren Ausblick genießen. Mit laufen und Staunen, waren wir locker einen halben Tag beschäftigt.

how to take a selfportrait and fail hard.

Nerja. Die Stadt Nerja ist eine knappe Autostunde von Malaga entfernt und als kleiner Ausflug total machbar. Ich fand die Stadt unglaublich süß. Wir hatten an dem Tag natürlich auch noch besonders gutes Wetter, sodass wir im Shirt rumliefen. Die Sonne unterstreichte diesen süßen Charme natürlich noch etwas. Wir saßen nach kleiner Entdeckungstour noch eine Weile am Strand beim Balcon de Europa. Irrer Ausblick. Jannis wagte es sogar schwimmen zu gehen. Für sagenhafte 30 Sekunden. War dann doch etwas zu kalt.

Caminito del Rey. (ist spanisch für Königspfad btw) Eines meiner absoluten Highlights in dem Urlaub. Das ist ein ca. 5km langer Wanderweg, der an Felsen und an tiefen Schluchten entlang führt. Wir haben den Ausflug vorab online für 10€ pro Person gebucht. Wir haben einen Helm zum Schutz vor fallenden Steinen und eine kleine Einführung bekommen. Wir haben eine Tour ohne Guide gebucht, konnten als mit ca 20-30 anderen Menschen diesen Weg entlang laufen. Ich war anfangs etwas skeptisch, aber als wandern kann man das wirklich nicht bezeichnen. Die Wege, die an den Felsen entlang gehen, kommen einem gemütlichem Spaziergang gleich, da man keine Steigung hat und eh alle 20m stehen bleibt um sich diese irre Natur anzuschauen. Ein Part von diesem 5km war dann abseits der Felsen und führte durch einen Wald, bis mal für den letzten Teil wieder neben den ca 100-200m tiefen Schluchten lief. Nichts für Leute, die nicht ganz schwindelfrei sind. Der Ort wo der „Caminito del Rey“ liegt, ist etwa 60km von Malaga entfernt und mit dem Auto bestens erreichbar.

Morgennebel auf der Hinfahrt

  

   

Mercado Central Atarazanas. Die Markthalle in Malaga. Von unserer Wohnung war sie  keine 10 Minuten zu Fuß entfernt und in den letzten Tagen hat sie uns den Aufenthalt noch versüßt. Wir haben dort unglaublich leckere, frische Säfte, mega gute Avocados und sogar reife Erdbeeren bekommen. Alles für kleines Geld!

Wüste von Tabernas. Weil ein geiler Ausflug nicht genug war, haben wir, auch vorab online, noch eine Wüstentour gebucht. Ja- Wüste in Spanien! Die Tour kann man auf Englisch buchen und ein Guide fährt eine Gruppe von etwa 5-6 Menschen 2 Stunden lang durch die Wüste von Tabernas. Wir waren die einzigen, die an diesem Tag diese Tour buchten, also hatten wir den Luxus, den Guide nur für uns zu haben. Unsere Wüstenexpertin/Defender-Fahrerin hat uns bestens durch die Wüste kutschiert und nebenbei unglaublich viele interessante Dinge erzählt. Wir haben ohne vorher viel zu recherchieren diese Tour gebucht. Stellte sich herraus, dass sie ein beliebter Ort für Produktion von Filmen und Serien ist. Einziger Nachteil: Von Malaga aus ist die Wüste über 200km entfernt. Wir haben das als Tagesausflug geplant und sind danach noch nach Almeria gefahren und haben uns an den Strand gesetzt. Pro Person haben wir 30€ für die Wüstentour gezahlt.

 

 

      

 

 

Vegan in Malaga. Jannis und ich leben beide seit einigen Jahren vegan und behalten das natürlich auch im Urlaub bei. Wir haben kaum auswärts gegessen, sondern eigentlich immer gekocht. Dafür haben wir einen Großeinkauf bei Lidl (was man halt so macht, wenn der Geldbeutel andere Dinge bezahlen soll) gemacht und sind damit auch soweit ausgekommen, dass wir nur noch Kleinigkeiten dazu gekauft haben. Lidl hatte tatsächlich einige vegane Basicprodukte, so dass wir uns erstmal eindecken konnten. Ansonsten hier noch ein paar Tipps: Es gibt ein paar Biomärkte in Malaga die vegane Lebensmittel anbieten, das Cafe „Brunch it“ gibt es gleich zwei mal in Malaga und sie haben nicht nur Sojamilch sondern auch einiges Süßes und Herzhaftes in vegan. Der Supermarkt „Mercadona“ war der Supermarkt, der mit Abstand am meisten vegane Lebensmittel hatte. Dazu muss man sagen, dass Jannis und ich sehr pflegeleichte Menschen sind und auch mal ’ne Woche mit total einfachen Gerichten klarkommen. Einen Abend haben wir uns Falafel gegönnt, die wir  einfach mit Hummus statt mit Joghurt bestellen konnte. Der Laden heißt „Teteria Palacio Nazari“. Die Pitas sind etwas klein, aber dafür ist die Falafel richtig gut!

first things first. found in Almería.

Botanischer Garten Malaga. Am letzten Urlaubstag wollten wir nicht mehr hunderte Kilometer mitm Auto durch die Gegend gurken, daher entschieden wir uns für den botanischen Garten „Jardín Botánico-Histórico La Concepción“ in Malaga. Der Eintritt war mit 5,20€ pro Person etwas happig- gerade im Gegensatz zur Alcazaba, aber der Garten war wirklich riesig und man konnte viel entdecken.

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

Die Reise nach Malaga lohnt sich wirklich. Wir waren Anfang Januar dort und man erkennt an den Bildern ja das schöne Wetter, das wir dort hatten. Wir sind eher die Typen, die lieber Städte erkunden und im Urlaub viel unternehmen, anstatt am Pool zu hängen. Und für sowas ist Malaga bzw. Andalusien bestens geeignet.